23. November 2012

Nach wie viel BURN ist Mann OUT? - Erfahrungen eines Betroffenen von Roland Hardmeier

(M: spoon design, Olaf Johannson,Langgöns; Milous SK/Shutterstock.com; Brunnen-Verlag)

Christliche Literatur schreckt die meisten Leser ab, aber die Autoren sind auch nur Menschen. So auch der Autor, Roland Hardmeier, des Buches “Nach wie viel BURN ist Mann OUT?”, der ein Pfarrer und ein Betroffener dieser seelischen Erkrankung ist. Auf 238 Seiten schildert er seinen Leidensweg und analysiert diesen bis ins kleinste Detail.
Erschienen ist das Buch im Brunnen - Verlag und lesen durfte ich dieses Dank Lovelybooks und der dort stattfindenden Leserunde.

Roland Hardmeier hatte alles, was er sich erträumt hatte. Eine ihn liebende Frau, seine Gemeinde, für welche er immer da war und sogar viele Dozentenposten.

Doch diese ganze Belastung überlastete seine Seele und machte ihn krank … Diagnose: Burn-out.
Keineswegs eine sogenannte “Modeerkrankung”, sondern eine ernst zu nehmende Sache in unserer schnelllebigen Gesellschaft.
Hardmeier kann nicht mehr so weiterleben, denn ein starker Schwindel und körperliches Versagen lassen ihm keine andere Wahl - er muss in die Klinik.
Mehrere Wochen wird er dort therapiert und beginnt seine Heilungsphasen zu dokumentieren und gewährt dem Leser einen Einblick in den Beginn der ganzen Krankheit …


Gerade in unserer heutigen, stressigen Zeit prägt diese Erkrankung unser Umfeld immer mehr.
Roland Hardmeier ist ein Geistlicher, der seine Gemeinde betreut und nebenher noch als Zubrot einen Dozentenposten pflegt. Nun hört sich das Ganze nicht so stressig an, aber wer dieses Buch liest, merkt schnell, dass ein Burn-out keineswegs vom körperlichen Stress kommt, sondern der Geist ist es welcher hier krank wird.

Durch seine Notizen und Aufzeichnungen kann nun auch der Leser seine Lebenserfahrung miterleben.
Keineswegs hatte er wenig Stress, gerade da seine Gemeinde immer weniger “Mitglieder” hat, muss er versuchen neue anzuwerben und die alten Mitglieder zu halten. Sein Vorträge werden auch nicht gerade weniger, er ist überlastet, dazu kommen dann noch die schweren Schicksale, welche an ihm herangetragen werden.
Er beschreibt seine Auszeiten und die Hoffnung auf Hilfe von Gott, nur leider bleibt es bei ihm eine Zeit lang beim Beten.
Man merkt ihm während der Erzählung an, dass der Zweifel an Gott immer größer wurde, aber die Erkenntnis erst selbst den richtigen Weg zu finden, um Hilfe zu bekommen, kommt zu spät.
Zum Glück findet er gute Hilfe in der Therapie und auch die sportlichen Aktivitäten dort helfen ihm sehr seine Seele zu entlasten und nur sich körperlich und nicht geistig zu betätigen.
Besonders die Beschreibungen seiner malerischen Betätigungen bringen zutage, wie sehr er eine Beruhigung für sein Innerstes braucht.

Immer wieder stelle ich fest, dass er zwar die Erkenntnis, vor seiner Therapie hatte, dass er krank ist, aber sich nie eingestehen wollte, wie schlimm es eigentlich um ihn steht.
Wieder und wieder kommen zeitweise die gleichen Problematiken zum Vorschein, was mich als Leser teilweise ermüden lies.

Da er aber immer wieder neue Dinge mit einfügte, wie zum Beispiel seine Tinnitus Erläuterungen, welche ich ihm gut nachvollziehen konnte oder, was mein einziges Highlight im Buch war, die Beschreibung seiner “Genussinsel”.
Seine “Genussinsel” ist ganz simpel und doch bei hoffentlich jeden, gerade diejenigen unter euch, welche auch einen stressigen Alltag haben, angesiedelt.
Man nehme einen Kaffee oder das eigene Lieblingsgetränk, ich bleibe hier gern beim Kaffee und ein gutes Buch, der Autor kann aufgrund seines ständig präsenten Schwindels nur auf Hörbücher zurückgreifen und fertig ist die “Genussinsel”.
Einfach genießen und fallen lassen, ein toller Tipp, welcher einfach zu handhaben und doch so schön sein kann.

Am emotionalsten war aber der Teil, als seine Abreise kurz bevorstand, denn genau dort kamen die wohl größten Probleme auf ihn drauf zu.
Wie er mit der Situation zu Hause klarkommen? Ob er es schafft, oder Rückschläge seinen Alltag begleiten und welche anderen Patienten er kennenlernen und vorstellen wird … dass alles könnt ihr in Roland Hardmeiers Buch “Nach wie viel BURN ist Mann OUT?” nachlesen.

Leider hat mich dieses Buch an manchen Stellen stocken lassen, deswegen vergebe ich 3 von 5 Kolibris.

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Kommentare:

starone hat gesagt…

Hallo Conny,

ja ein schwieriges Geschichte, weil Männer in unserer Gesellschaft immer so leistungsfähig sein müssen und ohne Schwäche..

LG..starone..

Conny Z. hat gesagt…

Aber wir Frauen auch: Kinder, Job und Hobby und den Mann unter einen Hut zu bringen ist auch kompliziert ;)

Na an manchen Stellen ist er ganz schön egoistisch

Blubb hat gesagt…

Also ich finde ja das hat in unserer Gesllschaft nichts mit dem Geschlecht zutun... Mittlerweile muss jeder, egal ob Mann oder Frau, immer und überall perfekt sein ohne auch nur ein bsschen Schwäche zeigen zu können :)

Blubb hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Conny Z. hat gesagt…

Da stimme ich dir voll zu, wohl geprochen :)

starone hat gesagt…

Hallo,

Männer haben, aber im Allgemein Probleme mit einer Schwäche um zugehen!

Frauen wiederum , die heute Beruf/Kinder/Haushalt unter einen Hut bringen müssen trauen sich in unserer Gesellschaft auch kein Burn outing mehr...

Was für eine Welt..

LG..starone..