12. Oktober 2013

8 Tage im Juni von Brigitte Glaser

(Copyright: Boje Verlag; Bastei Lübbe)

Bereits am 19.Juli 2013 erschien Brigitte Glasers Werk „8 Tage im Juni“ im Boje-Verlag.
224 Seiten lang begleitet der Leser die beiden Protagonisten Lovis und Jenny in Köln, eine Gratwanderung zwischen Ängsten und Freundschaft.
Ich habe die E-Book Version dieses Buches gelesen.

Eigentlich wollte Lovis nur nach Hause, als er an einem Bahnsteig das ungewöhnliche Mädchen
sieht – dieses rettet ihm das Leben, nachdem er brutal zusammengeschlagen wurde.
Wieder befindet er sich Jahre zurückversetzt, sein Stottern beginnt von Neuen, was ihm ziemlich aus der Bahn wirft.
Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Mädchen muss er seine Ängste überwinden, um eine tolle Freundschaft zu entdecken …

Als ich das Cover zu diesem Buch sah und den Titel las, dachte ich an eine kleine Urlaubsliebe, die Brigitte Glaser in ihrem Buch erzählen möchte.
Doch „8 Tage im Juni“ ist nichts davon, es ist sogar sehr weit weg von diesen ganzen herzergreifenden Romanen.
Das Erschreckende aber – es könnte aus dem realen Leben gegriffen worden sein, aber alles auf Anfang.

Der Leser lernt zuerst Lovis kennen, der gerade an der U-Bahn-Haltestelle wartet, um endlich wieder nach Hause zu gelangen. Er lenkt das Blickfeld der Leser aus seiner Umgebung heraus auf ein Mädchen, das Gegenüber von seinem Bahnsteig ebenfalls wartet.

Wo nun eigentlich das Flirten anfangen sollte, lässt Brigitte Glaser drei Schlägertypen auftreten, welche Lovis fast das Leben nehmen, wäre da nicht Jenny, jenes geheimnisvolle Mädchen.
Jenny wohnt in der „Roten Burg“ einen verruchten Stadtteil von Köln und beobachtet voller Angst diesen Übergriff, ihre Gefühle dabei übertragen sich auch auf den Leser.
Denn durch die angelegten Sichtwechsel zwischen Lovis und Jenny fächert die Autorin ihre Geschichte breiter, um den Leser alle Aspekte und dunkle Winkel genau aufzuzeigen.

Die Protagonistin ist eben nicht das liebe Mädchen von nebenan, jedenfalls denkt sie das immer wieder von sich selbst und in ihrer Wohngegend hat sie mit allerlei finsteren Leuten zu tun, die dennoch immer an ihrer Seite stehen, sollte sie in Schwierigkeiten stecken.
So ist es auch mit dem Protagonisten Lovis, denn dieser hat nur noch seinen Vater, verbringt aber wenig Zeit mit ihm und setzt auch in manchen Moment lieber auf sich selbst, als auf dessen gut gemeinte Ratschläge.

Je mehr Brigitte Glaser ihre Figuren sprechen lässt, desto öfter zeigen sie ihre kaputten Seiten und es fällt auf, dass beide perfekt zueinanderpassen würden, wären da nicht Welten zwischen ihnen.
Doch bestimmte Umstände lassen die Protagonisten stärker werden und zueinanderfinden.
Durch einen glücklichen Umstand findet Lovis heraus, wo Jenny lebt und bittet sie Zeit mit ihm zu verbringen.

Ab hier beginnen zarte Bande sich um beide zu legen, die Lovis schon vorher gespürt hatte, Jenny hingegen mit Skepsis gegenübersteht.
Bei Jenny merkt man, dass ihr die familiäre Zuflucht einfach fehlt, denn sie musste, aufgrund einer seelischen Erkrankung ihrer Mutter, zu schnell erwachsen werden und sich um ihren kleinen Bruder kümmern, sodass die Leichtigkeit eines Mädchens in ihrem Alter ihr einfach fehlt.
Aber die Autorin lässt auch sie die eigentlichen Probleme in ihren Alter durchleben, wie Liebe, Eifersucht und die Suche nach sich selbst.

Brigitte Glaser hat mit „8 Tage im Juni“ ein sehr nachdenkliches Buch geschrieben, mit düsteren Ecken, unheimlichen Leuten und einen kleinen Sonnenstrahl – Lovis und Jenny.

Zum Buch auf der Verlagsseite: KLICK



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