24. Februar 2016

Verlieb dich nie in einen Vargas von Sarah Ockler

(Copyright: cbt Verlag)

Bereits im Jahr 2013 erschien im cbt VerlagVerlieb dich nie in einen Vargas”, aus der Feder von Sarah Ockler. Nun habe ich dieses 413 Seiten umfassende Buch aus meinem “Stapel ungelesener Bücher” befreit.

Jude Hernandez würde alles für ihren Vater tun, damit er sich in seiner Umgebung wohlfühlt und wieder das Gefühl von Sicherheit bekommt. Judes Vater hat Alzheimer und die Hoffnung seiner jüngsten Tochter liegt auf dem alten Motorrad und die damit verbundenen Erinnerungen. Nur ausrechnet Emilio Vargas kann ihr helfen. Einer aus der Vargas Familie vor denen ihre großen Schwestern sie immer gewarnt haben …

Sarah Ockler hat mir Judes Geschichte eine ganz berührende Handlung geschaffen, die von den Alltagsproblemen mit Alzheimerpatienten handelt. Das komplette Leben wird auf einmal auf den Kopf gestellt und jeder der Angehörigen muss sich auf unterschiedliche Verläufe der Krankheit einstellen.
Judes Weg ist ganz fantastisch und uneigennützig, denn trotz ihrer schüchternen Art, setzt sie alles in Bewegung, dass die geliebte Maschine von ihrem Vater wieder läuft und er seine Ausflüge, wie früher, unternehmen kann.
Sie ist die jüngste von fünf Schwestern und anscheinend liegen große Ereignisse mit diesen bereits hinter ihr.

Immer wieder ist von einem Schwur die Rede, den sie als kleines Mädchen leisten musste. Erwähnt wird auch die Familie Vargas. Was genau dahinter steckt, erfährt der Leser erst nach und nach durch Judes Gedanken und Gefühle.
Gefühle, die von Emilio ausgelöst werden. Er ist der Mechaniker, den sie für das Motorrad angeheuert haben. Ein witziger und anscheinend, ansprechender junger Mann, der immer wieder seinen Charme bei Jude einsetzt.
Berührend empfand ich, dass Jude ihren kompletten letzten Sommer vor dem College aufopfert, um immer in der Nähe ihres geliebten Vaters zu sein.
Da bleiben Auseinandersetzungen mit den Schwestern nicht aus, als doch Katastrophen passieren, die so ein junges Mädchen gar nicht mit sich selbst ausmachen kann. In diesen Szenen ist es dann Emilio, der zu Jude steht und auch wenn sie nicht richtig mit der Sprache herausrücken möchte, so versteht er sie und versucht ihr ein kleines Lächeln abzuringen.
Man spürt förmlich die Zerrissenheit, welche sie überkommt, sollten die Gefühle zu Emilio doch einmal hochkochen. 

In manchen Handlungssträngen kam mir die Geschichte zu übererzählt herüber und ich hätte mir mehr Gefühl gewünscht, das auch an den Leser heranreicht. Aber ansonsten hat Sarah Ockler eine Liebesgeschichte niedergeschrieben die einen sehr berührt.
Sie zeigt auf, dass man immer Hilfe findet, sollte man diese erbitten und das auch in schweren Zeiten, immer wieder etwas zurückkommt und ein Lächeln viel helfen kann.
Auch die erste große Liebe, welche hier wirklich zärtlich angegangen wird und in einigen Auseinandersetzungen mit den Schwestern endet, wurde gut gelöst und bringt eine tolle Jugendbuchstimmung zustande. 

“Verlieb dich nie in einen Vargas” ist eine berührende und aufopfernde Geschichte, mit zarten Gefühlen.





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