31. Januar 2017

Belgravia von Julian Fellowes

(Copyright: C. Bertelsmann)

Erschienen im November 2016 entführt „Belgravia“, aus der Feder von Downton Abbey Erschaffer Julian Fellowes, zunächst ins Jahr 1815. Waterloo und Napoleon werden dem Leser auf 448 Seiten begegnen und eine Geschichte, die mehr Geheimnisse verbirgt, als alle Beteiligten sich bisher ausmalen konnten.

Am Vorabend der großen Schlacht um Waterloo, im Jahre 1815, wird in Brüssel ein großes Fest gefeiert. Unter den geladenen Gästen sind auch die Trenchards mit ihrer Tochter Sophia, welche von Edmund Bellasis, dem Sohn und Erben einer angesehenen Familie, auserkoren wurde, seine Geliebte zu sein. Doch der Krieg ruft und so stehen Sophia und vor allem ihren Eltern schlimme Zeiten und ein alles entscheidendes Geheimnis bevor …

Eines vorweg … ich liebe Julian Fellowes dafür, dass er mir mein Downton Abbey erschaffen hat. Diese Serie ist dank der BBC so lebendig, dass ich sie immer wieder gern anschaue und trotz der mir schon bekannten Szenen dennoch mit ihnen liebe und leide.
Ein Buch von diesem Autor lesen konnte ich bisher noch nicht und so war es mir ein Bedürfnis in die Welt von „Belgravia“ einzutauchen. Und was für eine Welt das ist. Es müssen bestimmte gesellschaftliche Abfolgen beachtet werden und die Herkunft und Abstammung eines Menschen geht über jedweder Tat, ob nun gut gemeint oder böse erdacht.

Besonders die hochtrabende und meist in sich beschreibende Sprache ist es, welche mich an diesem Buch so fasziniert hat. Leider konnte ich, auf Grunde dessen, Julian Fellowes Werk nicht so schnell Lesen, denn zum Glück lädt es durch diese Andersartigkeit zum wahren Genießen ein.
Seine Figuren sind so vielschichtig, dass man nebenher nicht umhin kommt, sich Notizen zu machen, um keinen Zusammenhang zu vertauschen, oder anhand der vielen Titel eine andere Figur im Kopf zu haben, als jene welche gerade vorspricht.
Im Vordergrund hat Julian Fellowes Anne Tenchard und Charles Pope gebracht, welche, wenn zu Beginn noch unerkannt, dennoch eine Verbindung besitzen, die für einen von beiden alles verändern könnte.

Anne ist insgeheim das Oberhaupt der Familie und regelt gesellschaftliche Dinge, besonders in Abwesenheit ihres Mannes. Doch auch dieser hat zahlreiche Geheimnisse, welche sich nach und nach vor ihr, wie ein schmutziger Teppich, ausbreiten.
Da der Autor 25 Jahre weiterspringt, erleben wir eine neue Generation, die meist gegen die Eltern rebelliert und aus ihren goldenen Käfigen auszubrechen versucht, was in dieser Zeit alles andere als einfach war.

Dadurch entstehen weitere Dynamiken in der Handlung, welche nicht nur den Leser unterhalten, sondern auch die Figuren zeitweise in Lebensgefahr bringen kann. Es wird an allen Ecken mit harten Machenschaften um Geld gekämpft - hat sich dahingehend in unserer Zeit also nicht viel geändert.
„Belgravia“ kann ich jeden Downton Abbey Verliebten ans Herz legen, der keine Probleme mit der gehobenen Gesellschaft aufweist und sich gern in eine Welt entführen lässt, welcher unserer zeigt, dass wir in jeder Zeit noch immer auf die gleichen Werte zu viel Gewicht legen!

„Belgravia“ ist nicht nur historisch perfekt ausgearbeitet, sondern glänzt mit so vielen Figuren, dass man auf jeder Seite immer wieder etwas Neues entdeckt!




Trailer zu Downton Abbey

 (Copyright: You Tube)

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