31. Mai 2017

Das Glück oder was auch immer passiert von Jackie Lea Sommers

(Copyright: dtv Verlag)

Der dtv-Verlag hat mit „Das Glück oder was auch immer passiert“ den Debütroman von Jackie Lea Sommers im Mai 2017 herausgebracht. Auf 368 sommerlichen Seiten erzählt das Buch die Geschichte eines jungen Mädchens, welches lernt, dass das Leben nicht immer den angenehmsten Weg parat hält.

Lynns Sommer verspricht, der trostloseste der Zeitrechnung zu werden. Weder ihre Freundin Trudy, noch ihr Freund Elliot, haben Zeit für sie und gehen Verpflichtungen nach. Doch Ablenkung ist schnell in dem Neuzugang Silas gefunden. Wenn auch zu Beginn nicht freiwillig, beginnt Lynn sich mit Silas anzufreunden und findet in diesem ihr philosophisches Gegenstück …

Das Debüt von Jackie Lea Sommers hatte ich seit seiner Ankündigung ins Auge gefasst. Der Klappentext war vielversprechend und klingt nach einem aufregenden Sommerwerk.
Wenn man in so einer kleinen Stadt wie „Green Lake City“ lebt und die Pastorentochter ist, bekommt man das Leben dort in vollen Zügen zu spüren. Jeder lobt Lynns Dad in den Himmel, denn für die Gemeinde ist er immer zur Stelle. Hier kommt der Blick auf die Familie immer wieder zum Tragen, denn wo man Aufopferung findet, geht an anderer Stelle die Aufmerksamkeit verloren.

Das Leben mit Gott spielt in Lynns Geschichte eine tragende Rolle. Dies und der literarische Aspekt lassen den Leser ihr Leben als real erscheinen.
Als Gegenpart bekommt sie den etwas durchgeknallten Silas an ihre Seite. Dieser ist mit seinen Eltern und der Zwillingsschwester aus Alaska in das beschauliche Städtchen gezogen. Silas Mutter stammt ursprünglich aus Green Lake City.

Man kann Lynns Situation verstehen, denn ihre Freunde sind beide den Sommer über beschäftigt und sie sieht einem trostlosen Ferienverlauf vor sich. Da ist man doch froh über einen noch so durchgeknallten Jungen an seiner Seite.
Erschreckend musste ich persönlich feststellen, dass Silas sich genauso benahm, wie mein eigener Ex-Freund, aber das nur hier am Rand. Seine Figur hat eine andere Ansicht der Dinge und erklärt das Leben und dessen Umfeld auf so einzigartiger Weise, dass man immer wieder ein Schmunzeln auf den Lippen hatte. 

Auch wenn man jetzt denken mag, dass Silas das Leben nur belächelt, so irrt man sich. Er kann auch eine ganz traurige Seite zeigen, welche meist im Zusammenhang mit seiner kranken Schwester Lauren steht.
Lauren hat ein Geheimnis, das Silas nicht unbedingt mit der Welt teilen möchte. Doch durch Lynns Figur bekommt man als Leser immer mehr und mehr den Einblick in ihre Welt.
Natürlich darf der Blick auf die Liebe in diesem Werk nicht außer Acht gelassen werden und so stürzt man sich mit der Protagonistin in ein Gefühlschaos, welches sie in diesem Sommer unbedingt ordnen muss.

Was mich nicht direkt angesprochen hatte, waren die Ansichten über Gott. Jackie Lea Sommers Handlung ist voll davon und gerade in diesen kleinen Städtchen ist der Zusammenhalt durch die gläubige Gemeinschaft allgegenwärtig. Was schön ist, aber ab und an doch schon etwas eingestaubt herüberkommt.
Als ein Debüt hat die Autorin schöne Wege gefunden sich auszudrücken, um Figuren gut darstellen zu können. Hierbei hoffe ich sehr, vielleicht noch einmal in den Genuss eines ihrer Geschichten kommen zu können.

„Das Glück oder was auch immer passiert“ ist sonnig, philosophisch und wartet mit tiefgründigen Figuren auf!





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