16. Oktober 2017

Bis das Glück uns findet von Lucy Dillon

(Copyright: Goldmann Verlag)

Lucy Dillon´s Werk „Bis das Glück uns findet“ umfasst stolze 592 Seiten. Das Familiendrama hat der Goldmann Verlag herausgebracht.

Trennungen, niemand kommt ohne Schmerzen aus diesen heraus. So leidet auch die vierjährige Nancy daran. Denn ihre Eltern scheinen sich nicht mehr so lieb zu haben, wie sonst. Und auch ihre Tante Eva hat an diesem zu leiden, nur ist ihre Liebe schon vor einer Weile von ihr gegangen. Die beiden Verwandten finden einen Weg miteinander ihren Schmerz zu heilen …

Mit diesem wirklich tollen Cover lockt Lucy Dillon in ihr Werk. Und auch der Klappentext lässt Großes erhoffen, doch leider muss ich hier schon gestehen, dass ich sehr enttäuscht die Geschichte verlassen habe.
Verluste gibt es in vielen Formen, so macht sich die Autorin den Tod und das Verlieren der Liebe zunutze. Beides kann extremes Leid hervorrufen und vielleicht dennoch Familien enger zusammenrücken lassen.
Gerade das Verlieren der Liebe, oder besser die Trennung zweier Liebender, kann sehr tiefe Wunden hinterlassen.

So gewinnt dieses Gefühl in Caitlins Leben die Oberhand. Denn die Trennung von ihrem Mann Patrick scheint unabwendbar. Aber die größten Leidtragenden sind immer die Kinder – hier Nancy und Joel.
Bei der kleinen Nancy muss man einfach mitleiden, denn das vormals fröhliche Mädchen verstummt immer mehr und beginnt sich hinter eine Fassade zu verstecken.
Ebenso kommt Nancys Tante Eva zu Wort, deren tristes Leben von Patricks zerrütteter Familie nun wieder Aufwind bekommt. Ihre große Liebe, und als Schauspieler auf der Welt bekannt, musste von ihr gehen. Und so erlebt sie das Gefühl des Verlustes, auf andere Art, als Caitlin.

Auch wenn die Autorin ein tolles Setting verfasst hat und ihre Figuren formen konnte, so war es ein beschwerlicher Weg.
Gespickt mit ausschweifenden Umschreibungen und zahlreichen Wiederholungen, in unterschiedlichen Formen. So ist ein Voranschreiten der Geschichte, in einzelnen Abschnitten, nicht möglich.

Gerade die Sicht, welche Eva zugesprochen wurde, hat streckenweise diesen Kaugummieffekt. Gleichfalls war es Patrick, der mir teilweise sehr auf die Nerven viel. Natürlich ist mir bewusst, dass dies eine Beabsichtigung der Autorin war. Aber in Gänze konnte ich mich nicht mit ihm anfreunden.
In ihren Grundfesten mag Lucy Dillion eine tolle Handlung haben, aber in meinen Augen brachte der langatmige Erzählstil ihre Konstruktion zum Einsturz.

„Bis das Glück uns findet“ versucht durch lange Durststrecken ein ernstes Thema umzusetzen - weniger Informationen, mehr Handlung wären hier besser gewesen.




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